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Ein unterschätztes Reiseland in Europa

Rumänien – Raum, Zeit und Wege abseits der bekannten Routen Rumänien gehört zu jenen Ländern Europas, die oft übersehen werden – und gerade deshalb so viel Raum lassen. Raum für Landschaft, für Zeit und für Wege, die nicht im Reiseführer markiert sind. Zwischen den Karpaten, weiten Ebenen und tief eingeschnittenen Flusstälern wechselt das Bild ständig, ohne laut zu werden. Dazwischen liegen Dörfer, Straßen ohne Eile und ein Gefühl von Ursprünglichkeit, das in vielen Teilen Europas längst verloren gegangen ist. Die Donau zieht sich dabei wie ein stiller Begleiter durch den Süden des Landes und verbindet Berge, Ebenen und Geschichte. Rumänien ist kein Land, das man abhakt. Es ist eines, das man durchfährt – Kilometer für Kilometer, mit offenen Augen und ohne festen Zeitplan. Landschaften und Regionen im Überblick Rumänien entfaltet seinen Charakter vor allem durch die Vielfalt seiner Regionen. Im Herzen des Landes ziehen sich die Karpaten durch Transsilvanien, mit bewaldeten Höhen, offen...

Zwergenjagd & Piroggen – Ein Tag in Breslaus Altstadt | Reiseblog Hinterm Horizont rechts

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 Zwergenjagd & Piroggen – Ein Tag in Breslaus Altstadt Manchmal braucht es keinen langen Urlaub, um den Kopf freizukriegen. Ein Sonntag, ein voller Tank, ein bisschen Reiselust – und schon ist man mitten in Polen. So begann unser spontaner Tagesausflug nach Breslau, 250 Kilometer von der Lausitz entfernt und doch gefühlt eine andere Welt. Die Stadt empfing uns mit Sonne, Kopfsteinpflaster und dem Duft von Butter, Zimt und gebratenem Teig. Zwischen Straßenkünstlern, Gauklern und fröhlichen Menschen zeigte sich Breslau so, wie man es sich wünscht: lebendig, herzlich, ohne Hektik und voller Geschichten. Unser erster Halt: die Pierogarnia Stary Młyn, direkt am Marktplatz gegenüber dem Rathaus. Drinnen warmes Licht, Holz, freundlicher Service – draußen das geschäftige Leben der Altstadt. Wir bestellten hausgemachte Piroggen, einmal klassisch mit Fleisch, einmal in XXL mit Hähnchen. Die Wartezeit? Deutlich länger als angekündigt – aber spätestens beim ersten Bissen war klar, warum....

Ein Tag, der bleibt – Besuch im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Oświęcim, Polen)

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Ein Tag, der bleibt – Besuch im KZ Auschwitz-Birkenau Bei unserer großen Osteuropa-Tour im Sommer dieses Jahres war eines unserer ersten Vorhaben der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Schon auf der Fahrt dorthin war uns klar, dass dieser Tag kein gewöhnlicher werden würde. Zwischen all den Etappen, den Städten und Landschaften, war dieser Ort etwas anderes – ein Ziel, das sich nicht mit den anderen vergleichen ließ. Wir kamen früh am Morgen mit dem Camper an – ein Parkplatz, kein Stellplatz, eher ein Platz des Wartens. Drei Stunden standen wir in der Schlange vor dem Eingang. Die Sonne brannte, und doch wurde es still, je näher wir dem Tor kamen. „Arbeit macht frei“ – dieser Schriftzug über dem Eingang von Auschwitz I steht für eine Lüge, die Millionen das Leben kostete. Dahinter: Baracken, Zellen, abgenutzte Treppen. Granit, glattgetreten von den Füßen derer, die nie zurückkehrten. Unser Guide erzählte ruhig, fast sachlich, und gerade das machte es so eindringlich....

Mit dem Camper an die Costa Brava

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Von Béziers bis Roses – Ein Tag zwischen Croissants, Diesel und Meerblick Zwischen dem Plätschern des Canal du Midi und dem Rauschen des Mittelmeers lag ein Reisetag, wie man ihn nicht planen kann – nur erleben. Am Morgen Kaffee am Kanal von Béziers, mittags Croissants und Baguette in Perpignan, abends Tapas und Meerblick in Roses. Dazwischen: Staus, Sonne, spontane Stopps – und das Gefühl, einfach unterwegs zu sein. Sonnenuntergang über Roses – ein stiller Moment an der Costa Brava. Unser VW Grand California rollte ruhig Richtung Süden, vorbei an Weinbergen, durch die Pyrenäen und über die Grenze nach Katalonien. Statt Museum gab’s Decathlon, statt Fünf-Sterne-Hotel einen Stellplatz direkt am Meer – mit Möwengeschrei inklusive. Wer Spanien liebt, aber nicht den Trubel sucht, findet in Roses einen Ort, an dem das Meer noch Zeit hat. Zwischen Buchten, alten Festungen und Tapasbars spürt man, warum die Costa Brava mehr ist als Sonne und Strand – sie ist ein Stück Freiheit. ...

Auf der Jagd nach Baguette und Ruhe – unterwegs zwischen Lyon und der Camargue

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Lyon, Diesel und das große Sonntagsrätsel Unsere erste Nacht in Frankreich: irgendwo an einem alten Wehr. Das Wasser murmelt, der Kaffee riecht nach Abenteuer – oder nach zu langem Stehen auf dem Gaskocher. Zweiter Tag. Ziel: Camargue. Reisfelder, weiße Pferde, Salz, Wind – und wir mittendrin mit unserem rollenden Zuhause. Doch bevor das alles kommt, muss man erst mal durch Lyon. Warum ich das so betone? Weil Lyon eine Wundertüte auf Rädern ist. Manchmal fliegt man im Flow durch, alles läuft wie geschmiert. Und manchmal zieht sich die Fahrt wie ein alter Kaugummi im Sommer – dehnbar, zäh, und irgendwie immer noch da. Zwischen Baguette-Entzug und Tankstellen-Philosophie Lyon an einem Sonntag ist allerdings ein Sonderfall: Die Stadt wirkt, als hätte jemand auf „Pause“ gedrückt. Selbst unsere Lieblingsbäckerei macht mit und verweigert den Dienst. Kein Duft nach Baguette, kein Croissant, kein rettender Espresso. Es ist halt Sonntag. Dafür leere Straßen, ein paar verlorene Fahrräder und d...